Statements 2012*
zur Diskussion zur Umbenennung der Stadt "Dessau-Roßlau" in "Bauhausstadt Dessau"

*Die hier veröffentlicheten Statements müssen nicht mit der Meinung der BI übereinstimmen. Wir bieten lediglich diese Plattform zur Veröffentlichung der Bürgermeinungen an.

Dessau-Roßlau >>> Ein Bauhausmärchen | Von Stefan Koschitzki (Rossel-unArt)

Offener Brief des Stammtisches der Vereine an den Ortschaftsrat Roßlau vom 15. Mai 2012

......... Bisherige Statements seit Beginn der o.g. Diskussion .........

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G. Müller (13. Februar 2013)
Vor einigen Tagen stand ich wartend in der Albrechtstraße in Dessau-Roßlau. Direkt neben mir standen drei junge Männer an einem nicht mehr ganz neuen Auto und unterhielten sich über eine mögliche Reparatur. Dabei ging es um eine Durchsicht, Überprüfung der Bremsen, Lackierung der Karosserie usw., damit der Wagen beim Verkauf "richtig Kohle bringt". Nachdem ich eine ganze Weile unfreiwillig Zuhörer war, machte ich mir den Spaß, die jungen Männer darauf hinzuweisen, dass sie doch bestimmt mehr Geld bekämen, würden sie als erstes das Autokennzeichen/Nummernschild wechseln. Die Reaktion war wie erwartet: "Was hat denn das Kennzeichen damit zu tun? Hauptsache die Kiste ist in Ordnung, fährt und sieht cool aus." Die Blicke, mit denen mich die jungen Männer bedachten, sprachen Bände.
Um nicht blöd dazu stehen, erklärte ich den Männern, dass mir beim Zuhören die Diskussion um die Umbenennung unserer Stadt in den Sinn gekommen ist. Denn dabei müssen nach Aussage einiger "unserer Volksvertreter" als erstes unbedingt einige Zeichen auf dem "Verkehrsschild" ausgetauscht werden. Denn nur so würde der "Wagen" richtig in Fahrt kommen und Kohle bringen.
Während zwei der jungen Männer daraufhin lachten, meinte der dritte: ,,Haben die denn einen an der Birne, was soll das denn? Die sollen das Ding ins Internet setzen, da sieht eh' jeder als erstes nach, wenn er was sucht. Und die anderen gehen ins Reisebüro und lassen - sich dort beraten."

Worauf ich schulterzuckend antwortete: "Weiß ich auch nicht, aber auf jeden Fall kommen damit wieder neue Kosten auf die Bürger zu. Denn schon jetzt werden überall Zuschüsse für Kindereinrichtungen, Vereine, Theater, kaputte Straßen und Brücken usw. gekürzt. Fakt ist, dass einer zum Schluss immer die Zeche bezahlt und das sind wir, die Steuerzahler."

Und zu der ganzen Diskussion um den Städtenamen von mir noch folgendes: Es gibt in unserer Nähe einen kleinen Ort, der schon über viele, viele Jahre hinweg Millionen Besucher aus nah und fern anlockt und das bestimmt nicht wegen seines Namens. Ich meine damit Wörlitz - schlicht und einfach. Vielleicht sollten sich die Herren Schönemann und Co. dort mal einige Tipps holen, wie man das Bauhaus besser vermarkten kann, ohne gleich eine ganze Stadt umzubenennen.

Eine Umbenennung in Dessau-Roßlau reicht doch aus. Warum alle paar Jahre einen anderen Stadtnamen? Oder haben Sie (wie bei der 1. Umbenennung) auch schon jetzt wieder einen neuen Namen für unsere Stadt in der Tasche, falls auch das Bauhausprojekt nicht so läuft wie geplant und die Millionen Besucher, die Sie damit zusätzlich anlocken wollen, nicht kommen? Und mal ganz ehrlich - die meisten Besucher kommen doch nicht extra nur wegen dem Bauhaus.

Heute ist es der Name Roßlau, morgen sind es vielleicht die Namen Rodleben, Ziebigk, Kühnau oder Waldersee, die verschwinden müssen. Denn keiner weiß, was die Politiker morgen aushecken.

Mein Vorschlag wäre: Dessau-Irrenhaus
Diesen Städtenamen hat bestimmt noch keiner, aber er spielt den ganzen Irrsinn wieder, den man täglich über die Stadt Dessau-Roßlau zu lesen bekommt.

PS: Herr Schönemann macht doch auch Werbung mit seiner Firma. Ich habe noch nicht gelesen, dass er laufend den Firmennamen ändert.

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Günther Prokoph (13. Dezember 2012)
Ich bin für die Wiedereinführung des einfachen, schönen und bekannten Namens DESSAU ohne irgendwelche Zusätze, weder als Anhängsel noch vorangestellt. Kein Mensch in Trier oder Neunkirchen käme auf die Idee die Namen ihrer Städte mit Zusätzen unnötig zu verlängern und zu verunzieren.

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Volker Schulze (7. Dezember 2012)
Am 3. Dezember war ich auch zur Einwohnerversammlung in Meinsdorf anwesend. Dort lebe ich bereits seit 42 Jahren mit meiner Familie.
Natürlich interessierte auch der Masterplan, der vom OB sehr weitschweifig und unkonkret vorgestellt wurde. Eine Begründung, warum man, nachdem man vor 5 Jahren einen Fusionsvertrag geschlossen hatte und den nun wieder in die Tonne klopfen will, weil man den darin vereinbarten Städtenamen kurzfristig ändern will, da man festgestellt hat, dass das Bauhaus Dessau ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt ist. Das war doch schon bei Schließung des Fusionsvertrages bekannt! Ausgeschlossen wird der Name Junkers, in den Augen vieler Bürger auch ein Alleinstellungsmerkmal, ohne dessen Wirken gemeinsam mit dem damaligen OB Hesse das Bauhhaus möglicherweise nie in Dessau angesiedelt worden wäre.
Alle Diskussionsredner bemühten sich ihre Ausführungen sachlich vorzutragen. Den Ausführungen der "Pro-Stadträte" möchte ich aber diese Sachlichkeit absprechen. Es waren im Wesentlichen gebetsmühlenartig vorgetragene Allgemeinplätze.
Die Diskussion von Stadtrat Hoffmann, dass allein die Namensänderung ein Kriterium sei, dass ein Investor ein Werk für Fertigteilhäuser erschaffen würde, passt in den Kindergarten. Investoren gehen dahin, wo die Infrastruktur passt, wo die Preise und wenn möglich auch die Löhne niedrig sind, ausreichend Fördermittel fließen und es einen Markt gibt.
Die Aussage von Herrn Dr. Neubert, Ex-OB, dass es "gelegentlich gut sei, nicht zu verharren in einer Situation, sondern sich zu verändern" hebt quasi den von einem großen Teil der Bevölkerung gewollten Fusionsvertrag auf. Damit stellt sich der Stadtrat über den Bürgerwillen. Erinnern möchte ich bei dieser Aussage an das Beharren am Bau der Ostumgehung, der von eben diesem Stadtrat nach wie vor massiv befürwortet wird, obwohl die Verhältnisse sich seit der Zeit, als die Planungen vorangetrieben wurden, erheblich geändert haben: Die Friedensbrücke ist seit langem marode, die Erhebungen zum Verkehr in der Karlstraße sind schon sehr alt und Geld ist auch nicht da! Was hilft eine Ostumgehung in Dessau zur besseren Erreichbarkeit von Roßlau, wenn die "Zerbster Brücke" in Roßlau als wirklicheas Nadelöhr wackelt? Die Pläne, für eine Ortsumgehung Roßlau in Richtung Zerbst sind nicht erst 20 Jahre alt, wie Herr Apitz es darstellte. Ich kenne diese schon aus den Siebziger Jahren.
Wenn es zu einer Bürgerbefragung kommen sollte, muss man sich diese "Ochsentour" mit 14 Einwohnerversammlungen antun? Die Meinung der Bürger nördlich der Elbe ist sehr eindeutig und die Dessauer sehen das nicht "klarer", wie Herr Schönemann meinte, sondern es berührt sie zu großen Teilen nicht!

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Manfred Tuchel (4. Oktober 2012)
Inzwischen ist schon wieder viel Wasser die Elbe runter geflossen und noch immer ist die Diskussion über die erneute Namensänderung unserer Stadt in vollem Gange. Weil ich mich in diesem Zusammenhang über verschiedene Dinge geärgert habe, habe ich mich entschlossen, an der Diskussion teilzunehmen!
Da wäre zunächst Herr Rätzer, der für die Wirtschaft den Namen "Bauhausstadt" fordert: Werter Herr Rätzer ist ihnen noch nicht aufgefallen, wieviel, vor allem qualifizierte junge Leute die Stadt verlassen haben? Die beste Werbung für Dessau - Roßlau wäre die Schaffung von Arbeitsplätzen und eine ordentliche Bezahlung!
Das ist die wichtigste Aufgabe für die Wirtschaft!
Dann kommt der Ex-OB Dr. Neubert, der die Stärken noch stärker hervorheben möchte. Erinnert sei nur, dass unter der Ägide des Dr. Neubert zugelassen wurde, dass das Innenstadtleben von Dessau quasi gestorben ist. Dafür entstand überwiegend auf der grünen Wiese so viel Einkaufsfläche, dass Dessau auf diesem Gebiet den "Deutschen Rekord" hält! Stärker geht es gar nicht!
Als nächster kommt Herr Otto, der gerne Luftschlösser baut und dafür sogar Unterschriften sammelt. Die Seifenblase "Kongresszentrum" ist ja wohl inzwischen geplatzt, denn seit langem hört man nichts mehr davon.
Eine ganz schwache Rolle im ganzen Geschehen spielt der derzeitige OB, der einen Bürgerentscheid fordert, um sich nicht selbst positioniren zu müssen! Erinnern möchte ich auch an die öffentliche Stadtratsitzung, in der Herr Eigenfeld Auskunft über die Kosten der Umbenennung von Dessau - Roßlau in Bauhausstadt haben wollte und in welcher arroganten Art er von Dr. Exner abgewiesen wurde. Ich bin der Meinung, dass das Geld lieber für
die Unterbringung der Tanzgruppe und andere soziale Projekte verwendet werden sollte.
Wenn man alle Aspekte beleuchtet, dann kann man nur zu dem Fazit kommen, den Namen Dessau - Roßlau zu belassen und die ohnehin vorhandenen Stärken besser zu vermarkten und dabei mit den Bürgern zu arbeiten !

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Tillmann Keller aus Roßlau (23. Juli 2012)
Liebe Freunde des Fördervereins,
ich bin im Jahre 1942 in Dessau geboren, habe dort auch mehr als 25 Jahre gewohnt. Nach Armee, Studium und anderem Einsatzort ging es zurück. Diesmal nicht ganz nach Dessau, sondern 1975 nach Roßlau. Hier fühle ich mich wohl, habe meine Freunde und bin mittlerweile auch stolz auf unser Städtchen.
Die Fusion hat auch bei mir viele Diskussionen ausgelöst.
Die jetzige Diskussion zur Umbenennung in "Bauhausstadt Dessau" finde ich mehr als kleinkariert!!!
Hat denn schon irgendjemand überlegt, dass eine Umbenennung die Stadt nicht nur sehr viel Geld und Ärger kostet, sondern nicht einen Touristen mehr in unsere Stadt lockt?
(Übrigens ist heute, etliche Jahre nach der Umbenennung, auf den Hinweistafeln der Autobahn noch nicht einmal "Dessau-Roßlau" zu lesen.)
Mein Vorschlag für die (nicht ernst gemeinte) Umbenennung wäre z. B. "Schilderstadt Dessau" oder "Schildastadt Dessau"

Begründung:
Auf/an der Zerbster Brücke im Ortsteil Roßlau befinden sich über 30 Schilder!!! Zwischen dem "Stadtteil" Roßlau und der eigentlichen Stadt wurde eine neue (unnötig teure) Straße gebaut. Es befinden sich auf dem kurzen Abschnitt ca. 127 Schilder, die der Verkehrsteilnehmer beachten sollte!!! Auch die neuen Schilder im Schlachthofgebiet (ehemalige 30 km/h-Zone) zeigen, wie einzelne Bürger ihr Ideengut wider aller Vernunft in die Tat umgesetzt und neue 30 km/h Schilder aufgestellt bekommen.
Beispiele dafür gibt es bei uns natürlich viel mehr. Das ist nicht zum Aushalten, denn das Aufstellen von Schildern wird von Bediensteten der Verwaltung festgelegt!
Auch die nervende Diskussion zur "Nordumgehung" zeigt Fehlverhalten der gewählten Abgeordneten und Verwaltung. Es wäre vielleicht auch für Grit Lichtblau eine lohnende Aufgabe, diesen Zustand journalistisch aufzuspießen. Bitte versteht meine Meinung nicht als Meckerei, sondern als Mutmacher. Lasst euch mit der von mir gern gelesenen Information "MeinRoßlau" nicht kleinkriegen!
Mit freundlichem Gruß
Tilmann Keller

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Andrea Koch aus Thüringen (23. Juli 2012)
Liebe Rosslauer,
mein Name ist Andrea, ich bin aus Thüringen und lebe seit 20 Jahren in London, wohin es mich nach der Wende 1993 verschlagen hatte.

Letzte Woche besuchte ich die Stadt Roßlau, wo ich noch nie vorher gewesen war. Das kam so: bei uns in London ist derzeit die erste große Bauhaus-Ausstellung in England und da die Schlangen lang sind, habe ich mich gleich auf den Weg nach Dessau gemacht, wo man alles gleich original und komplett sehen kann. Dabei bin ich auch in Roßlau gelandet, da es wegen des vielen Wassers vom Zug aus sehr interessant aussieht und ich auch die mittelalterliche Burg mal anschauen wollte, die ich im Prospekt in Dessau gesehen hatte.

Ich war zwei Stündchen in Ihrem sehr netten kleinen Städtchen und bin ein bisschen über die ganz wundervollen Elbwiesen geschlendert, hab auch die Burg angeschaut, ein Getränk am Markt mit Blick auf die Kirche genommen, Kaffee und leckeren Bienenstich beim Bäcker probiert, ein Pfund Harzfeuer vom einheimischen Gaertner am Marktstand gekauft (die hatte ich schon 30 Jahre nicht mehr gegessen, das Aroma, wie als Kind bei Oma im Garten, perfekt) und habe ein altes Gewürzglas im Antiquitätenlädchen entdeckt und erworben (so eins wie in Oma's Küchenschrank, wo bekommt man das schon noch heutzutage noch). Ich hatte also zwei sehr schöne Stunden als Tourist in Ihrem sehr netten kleinen Hafen- und Burgstädtchen Roßlau und wenn ich nächstes Jahr zurückkomme, werde ich zwei mittelalterliche Treueringe beim Juwelier Stieler in Auftag geben, als Überraschung für meinen englischen Mann, weil mir als Thüringerin, wo wir auch viel mittelalterliche Geschichte haben, diese Idee sehr gefallen hat. Ohne das Bauhaus wäre ich nie nach Roßlau gelangt.

So habe ich denn auch während meiner zwei netten Stunden in Roßlau von Ihrem neuen Problem mit der Bauhaus-Stadt Dessau gelesen. Man sollte das Glas immer halb voll sehen und ich habe da eine sehr schöne Idee für Sie, die ich Ihnen heute einmal vortragen möchte.

Das Bauhaus in Dessau hat hunderte von Design-Objekten der Bauhaus-Künstler in seinem Archiv, die sie allesamt mangels Ausstellungsfläche nicht zeigen können und die alle Besucher gern sehen möchten, weil sie wunderschön sind und die eigentlichen Früchte der Bauhaus-Kultur darstellen und Einblick in das Geschehen geben. Im Moment stehen z.B. die Marcel Breuer Stühle in einem dunklen Raum in Bauhaus, ohne Fenster, völlig ungeeignet für die Ausstellungsstücke, die Wirkung geht total verloren. Die anderen Objekte sind garnicht zu sehen, schlummern im Archiv und warten auf eine Ausstellungshalle.
Die zahlreichen Bauhaus Besucher (und es gibt großes nationales und internationales Interesse) wollen die im Archiv zahlreich vorhandenen Kunst- und Design-Objekte sehen und es gibt im Moment keine Ausstellungsfläche dafür in Dessau.

Wie wäre es da, wenn die Stadt Roßlau eine Ausstellungsräumlichkeit für diese Objekte anbietet - die Kirche, eine alte Werkhalle, das ehemalige Rathaus oder ähnliches. Das würde eine Menge in- und ausländische Touristen nach Roßlau bringen, dass ja nur 10 Minuten per Zug vom Bauhaus entfernt ist (habe es selbst probiert).

Das könnte man der zukünftigen “Bauhaus Stadt Dessau” als Entschädigungs-“deal”/Zugeständnis für den Vertrauensmissbrauch mit der geplanten Namensänderung abringen. Schließlich ist Roßlau die kleinere Schwester und der Treuering wurde unterm Schloss in Roßlau gefunden, nicht im Wörlitzer Park. Die treue Schwester muss berücksichtigt werden, wenn Dessau jetzt  internationale Reputation durch das Bauhaus erreichen will und sehr wahrscheinlich auch erreicht, da es jetzt nicht nur in England sondern auch in Brasilien und anderen Länder Interesse gibt, die die derzeitig in London zu sehende Wanderausstellung auch haben möchten. Der junge Dessauer Bauhaus Direktor war selbst vom internationalen Echo überrascht worden, wie er hier in London zugab. Es gibt auch großes Interesse aus der alten Bundesrepublik, besonders aus Bayern, wo man 1920 noch im Biedermeier schlummerte und das kalte Wasser vom Brunnen holte, während in Dessau die Leute schon auf Stühlen aus Aluminiumlegierungen saßen und das Wasser aus der Leitung kam und durch den Durchlauferhitzer von Hugo Junkers in's heiße Bad einlief. Die Museumsführerinnen im Bauhaus können ein Lied von den merkwürdigen Erfahrungen mit erstaunten Münchener Besuchern singen.

Dessau war die Stadt der Moderne gleich zu Beginn der Industrierevolution im 19. Jahrhundert. Einmalig auch die Geschichte der Junkers Werke. Da haben die Bauhaus-Designer ihre Ideen für die Formung von Metall für die bis dahin nur aus Holz gemachten Möbel her. Ohne Junkers gab’s kein Bauhaus. Das verschweigt man im Bauhaus in Dessau auch. Da wäre es phantastisch, wenn solche Archiv-Bauhaus-Objekte (Möbel, Skulpturen, Geschirr etc.) in Roßlau in einem geeigneten Gebäude den Besuchern endlich mal gezeigt werden könnten und vielleicht auch in diesem Zusammenhang die Verbindung mit den Junkers Werken für die revolutionäre Metallstuhl-Produktion mal deutlich erklärt würde. Das Junkers-Museum könnte sich ganz sicher eine Zusammenarbeit da vorstellen, ich habe mit den Männern da gesprochen und sie wären sehr froh, wenn die Verbindung Junkers-Bauhaus betreffs innovativer Verwendung von Metall im Möbeldesign mal aufgezeichnet würde. Vielleicht ginge das sogar in der neu renovierten Wasserburg von Roßlau. Phantastische Lokation, die den Kontrast zwischen der Moderne und dem Biedermeier im Design gut aufzeigen könnte. Anschließend könnte man einen Spaziergang oder Radtour durch die einmaligen Elbwiesen machen und vielleicht auch mal was über die Geschichte der Schifffahrt in Roßlau erfahren. Die Schiffswerft in Roßlau beschäftigt sich ja auch mit Methoden der Metallverarbeitung, da kann man doch eine Verbindung zu den revolutionären Ideen bei der Metallverwendung bei der JU52 und den Marcel Breuer Stühlen herstellen.

Dessau muss was machen, da im Thüringischen Weimar das Bauhaus-Museum jetzt ganz groß aufgezogen wird und wenn es in 2 Jahren eröffnet, dann kann man da die Design-Objekte aus dem dortigen Archiv in einer vermutlich erstklassigen Ausstellung sehen. Das wird wegen der Presse einen riesen Rummel um Weimar geben und da wird es so voll werden, dass viele Leute dann auch sicher nach Dessau und Roßlau fahren würden, weil man hier das gleiche in ruhigerer Atmosphäre sehen kann oder aber auch um beide Städte zu sehen.

Das Bauhaus wurde aus Thüringen 1925 vertrieben und konnte sich daraufhin in der damals außergewöhnlich modernen und toleranten Industriestadt Dessau ansiedeln. Das Bauhaus kam nach Dessau, weil man sich im damals konservativen Weimar bereits 1925 mit den Nazis angefreundet hatte – ein historisch merkwürdiger Fakt, der hier durchaus einmal Erwähnung finden sollte.

Mit der Eröffnung der großen Bauhaus-Ausstellung in Weimar in 2 Jahren, wird Dessau unter Konkurrenzdruck mit Weimar kommen, besonders da man dort die Touristen extra noch mit Schiller und Goethe locken kann. Dessau muss also was tun, dass es die Bauhaus-Touristen, die nicht Zeit für zwei Bauhaus-Stadt-Besuche haben, nicht an Weimar verliert. Eine Ausstellungshalle für die wunderbaren und derzeit schlummernden Dessauer Archiv-Objekte ist dringend notwendig – und diese in Roßlau zu haben, nur 10 Minuten per Zug vom Bauhaus, wäre eine interessante Option, die ein Gewinn für alle sein könnte, Roßlau und Dessau.

Ich würde mich freuen, wenn mein Vorschlag eine Anregung wäre und ich vielleicht in ein paar Jahren Design-Objekte aus dem Bauhaus-Archiv in Roßlau besichtigen könnte. Es ist ja nur 10 Minuten vom Bauhaus mit dem Zug.

Viele freundliche Grüße sendet Ihnen

Andrea Koch

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Friedrich Schröter aus Roßlau (09. Juli 2012)
Liebe Roßlauer Bürger,
ich möchte dem Herrn Pfarrer danken, dass er es ermöglicht hat, dass wir uns in seiner Kirche zu einem Meinungsaustausch treffen.
Ich bin in dieser Kirche getauft und bin hier getraut worden und feiere im nächsten Jahr die diamantene Hochzeit. Ich kann also sagen, dass ich ein alter Roßlauer bin, ein Roßlauer, der seine Heimat liebt und mit ihr verbunden ist. Meine Heimat ist Roßlau und mich betrübt es, dass man ihren Namen Roßlau auslöschen will. Ich bin in Roßlau an der Elbe geboren, bin in Dessau-Roßlau zur Schule gegangen, meine Lehre machte ich in Roßlau, Kreis Zerbst, um dann in Roßlau, Kreis Roßlau zu arbeiten. Nach der Wende war ich dann wieder in Roßlau, Kreis Zerbst selbstständig. Wie seit Jahrhunderten blieb der Name Roßlau also immer erhalten.
Mit der Gebietsreform kamen aber neue Probleme auf uns zu. Eigentlich sollten wir mit Zerbst und Köthen einen neuen Kreis bilden. Gleichzeitig wurden wir aber auch von Dessau umworben. Dessau wollte neben Halle und Magdeburg eine dritte kreisfreie Stadt werden. Da es selbst zu klein war, versuchte es zusammen mit den umliegenden Gemeinden mehr Einwohner zu bekommen. So geschah es zum Beispiel mit Rodleben, Brambach, Kleutsch und anderen. Das reichte immer noch nicht, doch mit Roßlau funktionierte die Eingemeindung nicht.
So kam man auf die Idee, Roßlau eine Städtefusion mit einem Städte-Doppelnamen anzubieten. Zu jeder Gelegenheit waren Verantwortliche der Stadt Dessau in Roßlau um sich anzubiedern. Vor allem der damalige OB Otto tat sich dabei hervor. Weil es etwas Neues werden sollte, waren wir in Roßlau zu einer Fusion nicht abgeneigt.
Mit der Stadt Zerbst waren die Kontakte noch nie allzu gut gewesen, Roßlau wurden z.B. durch die Kreisreform die Kreissparkasse und das Kreiskrankenhaus weggenommen. So wurde es, als es zum Bürgerentscheid kam, mehr eine Anti-Zerbst-Wahl als eine Pro-Dessau-Wahl. Uns Roßlauer zog es immer schon nach Dessau wegen seiner Arbeitsplätze, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten usw. So stimmten wir für die Fusion mit Dessau.
Nach einem reibungslosen Ablauf der Fusion, waren und sind wir auch zufrieden. Bis eine Gruppe Dessauer plante, uns unseren Heimatnamen wegzunehmen. Hier tut sich ein Herr Schönemann sehr wichtig. Da wurde die Diskussion sehr emotional. Im letzten Amtsblatt Nr. 7/2012 spricht er von über 5.000 Unterschriften für den Namen Bauhausstadt Dessau. Es wird uns eingeredet, dass die Unternehmen den Zusatz im Städtenamen bräuchten, um mehr bekannt zu werden. In der Zeit der neuen Medien ist das Blödsinn, ein Beiname im Städtenamen liefert keine zusätzlichen Kontakte. Wo hat Herr Schönemann die 5.000 Unterschriften her? Alles Unternehmer? Oder sind das vor allem die Genossen deiner Partei? Den normalen Dessauer Bürger interessiert das alles weniger. Es sei denn, er findet diesen Namen netter … In Roßlau ist das anders. Hier wird den Roßlauer Bürgern ein Stück Heimatverbundenheit genommen.
Damit wird dem Zusammenwachsen der beiden Städte ein weiterer Schlag versetzt. Wenn der EX-OB Otto schreibt, was Dessau alles für Roßlau gemacht hat und was das kostet, so soll er mal durch Roßlau gehen, um zu sehen, was sich in Roßlau nach der Wende alles getan hat. Die Bürger haben ihre Häuser geputzt, die Straßen sind meist neu gemacht, aus dem Jauchenvenedig ist eine Stadt mit moderner Abwasserbeseitigung entstanden – und das alles auch schon in einer Zeit ohne Dessau. Vielleicht wären wir ohne die Fusion mit Dessau in den letzten Jahren noch weiter gekommen als wir es heute sind.
Dessau wollte uns unbedingt haben. Wenn durch den Zusammenschluss Kosten entstanden sind, ist das nicht unsere Sache. Wir sehen es jedenfalls als Lug und Trug an, wie man mit uns heute umgeht. Ein Herr von Pro-Dessau, Dr. Möbius, droht nun bereits, wenn wir einer anderen Meinung als seine Fraktion sind, uns zu verklagen. Jedoch wir haben alle Belege und sind nicht anonym. Vielleicht verklagt er auch noch unseren Ministerpräsidenten, weil der auf Einhaltung abgeschlossener Verträge und Beschlüsse besteht. Die Unterstellungen, die ihm gemacht werden, sind mehr als frech.
Vor der Fusion vor fünf Jahren hat es Flyer von allen Seiten geregnet. Ich habe die meisten aufgehoben, so kann ich Äußerungen belegen, die bezwecken sollten, die Roßlauer zu einem positiven Entscheid für Dessau zu bewegen. Wenn wir heute aber schon so weit sind, dass mit Drohungen wir Roßlauer eingeschüchtert werden sollen, so hat wohl jede Diskussion ihren Sinn verloren.
Zu einer größeren Einwohnerzahl haben wir Dessau verholfen, zu einer echten Großstadt wachsen muss es jedoch alleine.
Persönlich freue ich mich, dass bei den Roßlauern der Widerstand gegen die Willkür und Vorhaben einiger Dessauer wächst. Ich habe Achtung vor allen Roßlauer Bürgern, die in „meinRoßlau“ ihre Meinung klar belegen. Ich weiß nicht, wie lange ich noch lebe, ich hoffe aber, dass ich auch in meiner Heimatstadt Roßlau sterben werde.
Ich hatte eigentlich auf einen ruhigen Lebensabend gehofft. Ich hatte das Sprichwort vergessen: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“ Einige unserer bösen Nachbarn haben sogar einen Namen. Da haben wir einen Herrn Rätzer vom Wirtschafts- und Industrieclub der unseren guten Stadtnamen für ein angeblich erfolgreicheres Dessau eintauschen will. Einen Herrn Schönemann, der Unterschriften sammelt und Bilder. Hoffentlich werden diese Bürger nicht auch einmal so aufs Glatteis geführt wie wir Roßlauer jetzt. Nun meldet sich auch noch ein Herr Dr. Möbius zu Wort, der lauter Lügen in der Zeitung „meinRoßlau“ entdeckt, da, wo keine sind. Der Einsender als anonym bezeichnet, obwohl alle ihren Namen angegeben haben. Ihnen allen wird mit Strafe gedroht. Das war noch nicht da. Dann haben wir den EX-OB Otto. Einen Tag vor der Abstimmung 2007 bekam ich von ihm einen Brief, in dem er nochmals bat, für die Fusion zu stimmen, denn keine Stadt verliert ihr Stadtrecht und es werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Heute sagt er, dass der Name Roßlau schon längst hätte verschwinden müssen. Danken wir unserem Herrn Ministerpräsidenten, dass er für die Einhaltung von Beschlüssen und Gesetzen eintritt. Es tut uns leid, dass er dafür in der Zeitung Prügel bekommen hat.

Ich wünsche und hoffe, dass der Kampf der Roßlauer für ihren Stadtnamen erfolgreich ist.

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Doreen Wolter-Schmidt aus Roßlau

Nur der Überzeugte überzeugt
Dieser Spruch von Joseph Joubert (1754-1825 frz. Philosoph) passt, wie ich finde, recht gut zu der momentanen Situation zur Umbenennung unserer Stadt Dessau-Roßlau. Denn leider sind Viele, und ich spreche hier nicht nur von Roßlauern, so gar nicht von diesem Vorhaben überzeugt. Aber woran kann das liegen? Sicher hat das viele unterschiedliche Gründe, über die auch schon vielfach geschrieben wurde! Ich habe da aber doch noch einen etwas anderen Ansatz als Erklärung. Es wird mir wohl ein jeder zustimmen, dass man als Bürger von seiner Stadt stets mit Stolz sprechen sollte! Und ein gewisser Wissensstand gehört selbstverständlich auch dazu. Denn wenn man in der Ferne jemandem begegnet, möchte man schließlich auch etwas erzählen können. Sicher wird da schnell die Frage aufkommen: Bauhausstadt Dessau! Was ist denn das Bauhaus? Nun fragen Sie genau das doch mal ihre Kinder! Denn meiner Meinung nach müssten wir schon von Kindesbeinen an ans Bauhaus herangeführt werden! Schließlich verfestigt sich Wissen am besten, wenn man es immer wieder gesagt, erklärt und natürlich auch gezeigt bekommt. Ich habe nun meine Tochter mal dazu befragt und musste leider feststellen, dass das Bauhaus noch gar nicht in der Schule behandelt wurde. Nun sei noch kurz erwähnt, dass meine Tochter bereits in die 8. Klasse der Sekundarschule an der Biethe geht. Da mich das Thema nun doch schon sehr interessierte und auch meine Tochter mittlerweile Interesse zeigte, habe ich mal in der Schule nachgefragt, wann denn das Bauhaus im Lehrplan steht. Die Antwort kam leider nicht sehr überzeugend, denn man teilte mir mit, dass es wohl in der 9. oder 10. Klasse behandelt wird. Und, sofern die Gelder bewilligt werden, auch eine Exkursion dorthin stattfinden soll. Meiner Meinung nach, ist das dann viel zu spät! Aber besser spät als nie! Nun könnte man auf die Idee kommen, dass vielleicht die Gymnasien in Dessau diesbezüglich ihren Schülern mehr anbieten?!? Aber leider auch hier Fehlanzeige! Zumindest bis zur 9. Klasse wurde auch da das Bauhaus unseren Kindern noch nicht näher gebracht. Schade eigentlich! Ich freue mich schon jetzt auf den Tag, wo meine Tochter aus der Schule kommt und freudig berichtet: „Mama, eigentlich können wir doch stolz sein auf unser Bauhaus, es ist nämlich echt interessant und hat viel zu bieten! Da dürfen wir jetzt jedes Jahr einmal hin!“ Na, ob diese Gelder bewilligt werden? Das wird wohl eher ein Wunschdenken bleiben. Es bleibt zu hoffen, dass unsere Stadtregierung zumindest einen kleinen Teil aus dem Stadtsäckel dafür verwendet, den Namen Bauhausstadt Dessau auch mit Leben zu füllen. Na und Leben das sind doch in erster Linie unsere Kinder! Oder beschränkt man sich lieber darauf, allen die gegen die Umbenennung der Stadt sind, Steine in den Weg zu legen? Denn, um auch mit einem Zitat zu enden: Du hast einen Menschen nicht überzeugt, nur weil du ihn zum Schweigen gebracht hast. (John Morley of Blackburn 1838 - 1923 britischer Staatsmann, Autor und Zeitungsmann)

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Helga Wolfisberger aus ???

Die Idee mit dem Stadtnamen „Irrenhausstadt“ ist meiner Meinung nach völliger Schwachsinn. Dessau ist nicht die Geburtsstadt des Irrenhauses, sondern Weimar. Dessau hat das Irrenhaus seit 1925, also nicht erst seit gestern. Dessau hätte also schön früher „Irrenhausstadt“ heißen können. Wieso kommt erst jetzt die „Irrenhausstadt“-Idee? Der name „Irrenhausstadt“ ist eine Beleidigung und Abwertung gegenüber den anderen kulturellen Einrichtungen (Georgium, Luisium usw.), die Desssau-Roßlau zu bieten hat.

Eine Stadt, die sich alle paar Jahre umbenennt, zeigt, dass sie nicht weiß, was sie will und macht sich deshalb in aller Öffentlichkeit lächerlich.

Dessau-Roßlau muss sich nicht umbenennen, um das Irrenhaus touristisch zu vermarkten. Wer sich für das Irrenhaus interessiert, wird es auch so finden. Andere Städte, die eine touristische Attraktion zu bieten haben, vermarkten ihre Attraktion ja auch nicht im Stadtnamen (z.B. Neunkirchen = Geburtsort von Erich Honecker).

Ich würde jedem empfehlen, seine Einkäufe und sonstiges außerhalb von Dessau zu tätigen und nur, wenn es wirklich nicht anders geht, Dessau zwangsweise einen Besuch abzustatten. In Dessau sollte alles abgerissen werden, was nicht nach Irrenhausstil aussieht. Und ich würde jedem empfehlen, bei seinen Adressangaben als Wohnort „Roßlau“, oder wo auch jeder wohnt, anzugeben – bloß nicht „Irrenhausstadt Dessau“.

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Mathias Lorenz aus Roßlau

Die Vorschläge zur Umbenennung unserer Stadt in "Bauhausstadt Dessau" sind doch Unfug. Welcher Fremde würde denn in einem Ortsverzeichnis Dessau unter "B..." suchen? 
Roßlau könnte auch als selbständige Stadt in einem Landkreis Anhalt existieren. Meinetwegen mit Dessau als Kreisstadt, aber da würde man vielleicht Empfindlichkeiten in Bitterfeld, Köthen oder Zerbst treffen. Warum ist diese Variante bisher noch nicht öffentlich diskutiert worden? 
Bei einem Bürgerentscheid würde ich jedenfalls für die Rückabwicklung des Fusionsvertrages von 2007 stimmen. Dann kann sich Dessau von mir aus in Bauhausstadt umbenennen, aber ganz ohne Roßlau! 
Im Übrigen finde ich es völlig ungerechtfertigt, die Durchführung der Bürgerversammlung am 09.07.2012 in der Elbe-Rossel-Halle zu verbieten!

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Bernd Klaue / Vorstandsmitglied der BO-Roßlau die Linke

Ja auch mich als Roßlauer Bürger und Genossen bewegt dieses Thema der Umbenennung der nun
erst vor 5 Jahren durch Fusion entstandenen Stadt Dessau-Roßlau.
Alle Parteien u. viele Roßlauer haben sich dazu schon geäußert u. zum Ausdruck gebracht, dass
wir Roßlauer zu diesem Fusionsvertrag stehen. Nun streitet man sich über die Rechtskraft dieses Vertrages. War es nur ein so genanntes Haustürgeschäft?

Nun habe ich mich gefragt, was ist eine Fusion?
Mit Fusion wird nur der rechtliche Tatbestand einer Verschmelzung zweier Unternehmen bezeichnet.
Ist somit nicht auch der von Herrn Gröger für Dessau u. Herrn Koschig für Roßlau unterzeichnete u.
sicher auch besiegelte Vertrag rechtskräftig? Ja nun ist der Name Dessau-Roßlau nicht mehr zeitgemäß. Eine Vision muss her u. heute weiß ich, mein Genosse hatte sie schon vor mehr als 5 Jahren.
Für diese will er die Dessauer Bürger begeistern u. auch uns Roßlauer will er mitnehmen.
Wie will er die Roßlauer für seine Vision begeistern, wenn er es nicht einmal bei all unseren Mitgliedern geschafft hat?
Nun soll unsere Doppelstadt in ,,Bauhausstadt minus Dessau“ umbenannt werden.
Was soll es uns bringen?
Es soll Arbeitsplätze schaffen u. Unternehmen nach Dessau locken.
Ja Roßlau? Welche Rolle haben wir vor der Fusion gespielt?
Wir waren wichtig für unsere Nachbarstadt – man hat uns gebraucht (missbraucht)?
Es ging um den Erhalt eines Obezentrums u. einer kreisfreien Stadt.
Ja auch ich habe für diese Fusion gestimmt. Ich habe den gegebenen Worten vertraut.
Die gleichen Leute, die uns damals brauchten, stört nun unser Roßlau.
Es passt nicht zur ,,Bauhausstadt-Dessau“.
Wir Dessau+Roßlauer, könnten heute eigentlich feiern, denn wir sind 5 Jahre jung.
Aber nein wir müssen kämpfen um den Erhalt unserer Doppelstadt.
Deshalb rufe ich meine Roßlauer Mitbürger auf, sich mit einzubringen:
„Sagen wir unsere Meinung. Treffen wir uns am 09.07.12 um 19.15 Uhr in der Stadtkirche Sankt Marien in Roßlau!“

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Jürgen Rockmann aus Roßlau

Ich habe damals für den Zusammenschluss beider Städte gestimmt, denn nur gemeinsam ist man stark. Inzwischen ist aber festzustellen, dass Roßlau nicht mehr als Partner auf Augenhöhe angesehen wird, was für mich auch die folgenden Beispiele belegen.
So steht schon mehrere Jahre die Sekundarschule a. d. Biethe, trotz Hinweise an den Schulträger/Stadtverwaltung – welche nach Auskunft des Herausgebers für diesen Eintrag zuständig ist – nicht mehr in den Telefonbüchern.
Vielleicht will man diese Schule verschweigen, weil hier nur noch die allernotwendigsten
Instandsetzungsarbeiten – Vertröstung erfolgt auf den Umzug in das irgendwann mal renovierte Gymnasium – durchführt werden und dies so keine „Vorzeigeschule“ ist.
Ergänzend ist zu erwähnen, dass zwei Roßlauer Grundschulen und die Förderschule ebenfalls nicht angegeben sind.
Es besteht immer noch die Möglichkeit, dass im Stadtrat – gegen den Willen einer großen Anzahl von Einwohnern in Roßlau und Meinsdorf – der Bau der Biogasanlage Zustimmung findet. Nachdem es schon Widerstand gegen mehrere geplante Standorte gab, möchte ich augenzwinkernd als Standort den Parkplatz an der Muldebrücke/Brücke des Friedens vorschlagen. Dies hätte mehrere Vorteile. Zulieferverkehr (außer aus Richtung Westen) könnte die Anlage über die A9 und die neue Muldebrücke ohne Fahrten durch die Stadt erreichen. Die Befürworter der Anlage könnten sich oft, ohne lange Anfahrtswege, an der Anlage und somit auch an den vielen, verkehrsgünstigen Arbeitsplätzen sowie über die hohen Steuereinnahmen durch diese Anlage erfreuen.
Ein Teil dieses Geldes sollte man dann in die praktische Berufsorientierung unserer Jugendlichen investieren, um einen Beitrag für die Verbesserung der Ausbildungsreife bzw. für die Erfüllung der dementsprechenden Forderung der regionalen Wirtschaft zu leisten.
Als letztes Beispiel möchte ich ein Schreiben (Datum 3.8.11) an Herrn Oberbürgermeister Klemens Koschig anführen, das ich nach einem Pressegespräch anlässlich der letzten Fachmesse „Ausbildung+Studium“ – auf seine Anregung hin – an ihn richtete. Während eines zufälligen Gesprächs im Januar erhielt ich von einer Mitarbeiterin des Dezernates, an welches das Schreiben zwecks Beantwortung weitergeleitet wurde, nur eine kurze, nichtssagende Antwort. Schriftlich liegt mir bis heute kein Antwortschreiben vor, worauf ich auch keinen großen Wert mehr lege. 

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Gudrun Biener aus Dessau

Üb´ immer Treu und Redlichkeit …
Klingt diese Melodie glöckchenhell gelegentlich vom Dessauer Rathausturm? Hoffentlich nicht. Denn – treu und redlich ist es nicht, wenn jetzt öffentlich und mit großer Kraft die Diskussion geführt wird, den Namen der Stadt zu ändern in „Bauhausstadt Dessau“.
Erst fünf Jahre ist es her, als den Roßlauer Einwohnern im Zuge der Städtefusion zugestanden worden ist, den Namen ihres Ortes an Dessau anzuhängen. Aus den Städten Roßlau und Dessau.
(Wer will kann sich Gedanken machen über die Kosten dieser Namensänderung.)
Ohne dass sich erkennbar äußere oder innere Gegebenheiten verändert haben, wurde nun plötzlich entdeckt, dass das Bauhaus das Alleistellungsmerkmal unserer Stadt ist und sich dies unbedingt im Stadtnamen wiederspiegeln muss. Hätte man diese Entdeckung nicht schon vor 10 oder gar 20 Jahren machen können?
Ich sehe den Gewinn nicht, den eine neuerliche Änderung des Stadtnamens bringen könnte, wohl aber, dass sich die Roßlauer Bürgerinnen und Bürger auf unschöne Weise brüskiert fühlen müssen und dabei nicht gut über die Treue und Redlichkeit seitens ihrer Dessauer Mitbürger denken.
Im Falle einer neuerlichen Umbenennung der Stadt sollten die Rathausglöckchen programmiert werden auf die Melodie „Treu sein, das liegt mir nicht …“

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Friedrich Schröter aus Roßlau


Selten hat mir das Lesen einer Zeitschrift so viel Freude gemacht, wie „mein Roßlau“ Nr.6. Ich bin dankbar, dass sich viele gegen die Umbenennung unserer Stadt in „Bauhausstadt Dessau“ stellen. Meine Meinung hatte ich zuerst in einem Leserbrief am 30.04.2012 zum Ausdruck gebracht. Doch wurde er nicht in der „ Mitteldeutschen Zeitung“ erwähnt. In der Zwischenzeit haben viele Roßlauer gegen die Dessauer Machenschaften protestiert. Wir wurden belogen und betrogen, damit Dessau seine Ziele erreichen kann.
Von EX-OBM Otto kamen persönliche Briefe, in denen er versicherte, dass durch die Fusion niemand sein Stadtrecht verlieren würde. Selbst Dieter Hallervorden sollte uns überzeugen. Heute versucht es die „Linke“ mit der Veröffentlichung von Passbildern treuer Anhänger. Laut Dr. Neubert fokussieren sich „etliche Roßlauer“ gegen die „Bauhausstadt Dessau“. Die Fusion mit Dessau konnte den Einwohnern von Roßlau noch abgerungen werden. Den Wegfall unseres Stadtnamens „Roßlau“ der immerhin fast 800 Jahre bestand, nicht.
Nie haben wir Roßlauer, die zwar wussten, dass uns Dessau unbedingt braucht, damit gerechnet, so missbraucht zu werden. Wenn der Fusionsvertrag so viele Fehler aufweist, so werde ich dafür werben, dass er aufgelöst und neu verhandelt – und wieder darüber abgestimmt wird.

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Gisela Eßrich aus Roßlau
Was hat uns Roßlauern die Fusion der Städte Dessau und Roßlau gebracht? Der größte Teil der Verwaltung ist nach Dessau gegangen. Die Geschäfte in Roßlau verschwinden nach und nach. Die Hundesteuer ist teurer geworden. Die allgemeine Ablehnung der Bio-Gasanlage in Roßlau, wird in Dessau ignoriert. Roßlau wird mit Füßen getreten!!
Ohne Roßlau mit den Gemeinden Meinsdorf, Mühlstedt, Rodleben usw., hätte Dessau nie kreisfreie Stadt werden können.
Unter Demokratie verstehe ich etwas Anderes!!
Wer klärt mich auf und nennt mir die Vorteile der Fusion?
Im Fusions-Vertrag wurde der Doppelname festgeschrieben.
Wollen die Initiatoren der Umbenennung der Stadt Vertragsbruch begehen?
In diesem Fall soll die Fusion rückgängig gemacht werden.

Roßlau hat eine eigene Geschichte mit dem Elbehafen, der Schiffswerft und dem jetzigen Museum, der Burg usw. usw. und keiner käme auf den Gedanken, Roßlau in „Schifferstadt Roßlau“ umzubenennen. Roßlau hat andererseits aber auch Garnichts mit dem Bauhaus zu tun

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Otmar Walther
Regionalverband Mittlere Elbe und Umgebung der Gartenfreunde e.V.


„Der Poker mit dem Stadtnamen“
Die Stadträte von Dessau und Roßlau haben sich gemeinsam für den Stadtnamen „Dessau – Roßlau“ entschieden. Dieser Name war bestimmt für die neu entstandene Doppelstadt. Bereits nach kurzer Zeit erhoben sich im Stadtrat Stimmen, die diesen Namen verschwinden lassen wollten. Der Stadtname Dessau – Roßlau ist für die Zukunft der Stadt Dessau unvorteilhaft und fördert nicht die städtische Entwicklung. Diese Meinung einiger Stadträte lässt vermuten, dass die Roßlauer Bürger nur zu einem bestimmten Zweck gebraucht wurden: „Die Bevölkerung der Stadt Dessau aufzustocken damit Kreisfreiheit und Oberzentrum gerettet sind.“
Man erinnert sich in Dessau, dass das Bauhaus eine Tradition verkörpert aus der man für die Zukunft Kapital schlagen kann. Die einstigen Versprechen, wie der Stadtname, stehen dabei im Wege und werden schnell vergessen. Im Zuge der Vorbereitungen des Sachsen – Anhalt – Tages und der Begehung der 800 Jahrfeiern von Anhalt treten diese Bestrebungen zur Namensänderung verstärkt auf.
Roßlau soll im Stadtnamen verschwinden und durch Bauhaus ersetzt werden.
Wir vom Regionalverband Mittlere Elbe und Umgebung der Gartenfreunde e.V. erkennen in dieser Handlungsweise des Stadtrates einen groben Verstoß gegen bestehende Verträge und eine Missachtung des Willens der Roßlauer Bevölkerung.
Der ursprüngliche Beschluss, die „Vereinigung auf Augenhöhe“ wird mit Füßen getreten.
Der Regionalverband sieht in dieser Handlungsweise die langjährigen Roßlauer Traditionen missachtet. Die Roßlauer Bürger fühlen sich vom Stadtrat verschaukelt und bekommen Zweifel an den ursprünglichen Sinn der Vereinigung beider Städte vor ca. 5 Jahren.
Wir fordern den Stadtrat auf, den Gedanken an eine Namensänderung fallen zu lassen und gemeinsam mit den Roßlauern über vorteilhaftere Stadtnamen nachzudenken.

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Dr. Klauß Thalmann aus 06862 Dessau Roßlau


Leute mit solchen Vorschlägen outen sich als ausgesprochen skrupellos. Jeder weiß, dass es sich hierbei um einen üblen Vertragsbruch handelt (nach dem Motto: die Roßlauer brauchen wir nicht zu fragen, wenn wir die Mehrheit dafür bekommen). Geht es um Stimmenfang oder haben wir es mit kleinkariertem Geltungsbedürfnis zu tun?
Um einen Verbesserungsvorschlag handelt es sich in der Sache sicher nicht. Für Städte wie Lutherstadt Eisleben oder Medienstadt Babelsberg sind solche Titel nützlich für Tourismus und Wirtschaft, da sie außerdem nicht viel zu bieten haben. Ganz anders für Dessau das eine Menge andere kulturelle Touristenattraktionen zu bieten hat und wobei eine Namensänderung nur Unkosten verursacht.
Die Dessauer Bauhaustradition ist noch nicht einmal ein Unikat, sondern sie muss sich mit Weimar und Berlin teilen. Einmalig ist dagegen die Kurt-Weill-Festtradition, Junkers-Flugzeugbau, das Gartenreich und das Gedenken an die damalige fortschrittliche Residenz, der interessante Bau des Bundesumweltamtes usw. -   und außerdem haben wir ein ausgezeichnetes Sinfonieorchester und Theater. Touristen, die über Dessau noch nicht viel wissen, denken erst einmal bei "Bauhausstadt Dessau" an die beliebte Baumarktkette BAUHAUS.

Ich stehe gewissermaßen auf neutralem Boden, da ich 33 Jahre in Dessau gelebt habe und nur 18 Jahre in Roßlau. Ich stimmte damals dafür, um die kulturellen Aktivitäten zu fördern und weil mir der damalige "Partner Zerbst" zu dominant erschien (zumindest bewiesen auf dem Gebiet Gesundheitswesen).

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Ulrich Köhler
Mitglied im OV der SPD
DESSAU-ROSSLAU
oder
DESSAU und ROSSLAU

Die oben genannte Überschrift soll darauf hinweisen, dass ich nördlich der Elbe eine neue Denkrichtung beobachte. Nicht nur im Ortsverein der SPD Roßlau wird diese Variante diskutiert, sondern auch in anderen   Institutionen Roßlaus wird der Gedanke offenkundig,
sich von der Stadt Dessau zu trennen. Eine „Refusion“?
Denken wir doch einmal eine Generation zurück: Internationale Anerkennung bekam der deutsche Teilstaat, welcher Ergebnisse durch Leistung vorweisen konnte. Der andere Teilstaat wurde von linksstehenden Maulhelden regiert, welche ständig den Begriff „demokratisch“ verwendeten bei brutaler Unterdrückung demokratischer Regungen. Von wirtschaftlichen echten Erfolgen ganz zu schweigen. Das ist doch ein Paradebeispiel dafür, dass Namen Schall und Rauch sind, wenn keine Leistung dahinter steht.
Entsprechend sehe ich das mit Dessau-Roßlau. Aus der örtlichen Presse der letzten Wochen ist zu ersehen, dass ein riesiger Hick Hack zwischen Stadtraat, Verwaltung und Teilen der Wirtschaft existiert. Damit werden weder neue Investoren, noch Kultur – und Kunstbetriebe aus anderen Teilen Deutschlands angelockt. Der Name „Bauhausstadt“ muß erst einmal verdient werden. Wenn Stadtrat und Stadtverwaltung weiterhin so unproduktiv miteinander umgehen, fallen mir nur die Worte des sächsischen Königs Friedrich August III  nach dem ersten Weilkrieg ein: „Dann machd doch eiern Drägg alleene“! Roßlau schafft dann seinen Dreck ooch alleene.

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Klaus Ritter


Vereinsvorsitzender Interessengemeinschaft für Aquaristik und Terraristik e.V. Roßlau
In meinem Namen und im Namen aller Vereinsmitglieder protestieren wir gegen die Machenschaften zur Namensänderung der Stadt Dessau-Roßlau.
„Bauhausstadt Dessau“ ist nun mal kein Alleinstellungsmerkmal (Berlin, Weimar und Dresden sind auch Bauhausstädte) und wird nur Kosten verursachen und nicht einen Arbeitsplatz schaffen. Die Stadt sollte ihre Anstrengungen in diese Richtung lenken.
Ein Bürgerentscheid hierüber ist einfach lachhaft und hat mit Demokratie nichts zu tun, rund 70.000 Dessauer und ein paar Verräter aus Roßlau gegen 13.000 Roßlauer. Wennschon, dann sollten doch nur die Roßlauer entscheiden, ob ihr Stadtname liquidiert werden soll. Ein weiterer Kommentar ist hier nicht notwendig. Der Dank für diese Situation liegt jedoch bei den Fusionisten, die sich wenigstens jetzt für ihre Stadt einsetzen sollten.
Da die Namensgebung Dessau-Roßlau ein Fehler war, so die Meinung von Herrn Rätzer, dann sollten wir den Fehler korrigieren und die Fusion aufheben.

 Ebenfalls die Meinung von Herrn Schönemann, dass Dessau ohne Roßlau ein Problem weniger hätte, dann sollte auch hier das Problem umgehend gelöst werden, indem Roßlau wieder eine eigenständige Stadt wird ohne Millionen von Schulden. Dann kann sich Dessau „Bauhausstadt“ nennen.

 

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Friedrich Schröter


(ehem. Handwerksmeister des Tischlerhandwerks, Sachsenberg-Preisträger der Stadt Roßlau)
Als Roßlauer Bürger kann ich die Diskussion um meine Heimatstadt nicht mehr ertragen. Ich habe die vielen Werbeschriften für eine Fusion der Städte Roßlau und Dessau noch, einschließlich der persönlichen Briefe der beiden Bürgermeister.
Heute weiß ich, dass alles Lug und Trug war. Wir haben schon vor Jahren gehört, dass Dessau unbedingt auf Roßlau angewiesen ist. Um nicht als Kreisstadt ohne Einfluss zu werden, strebte die Stadt Dessau mit Roßlau ein drittes Oberzentrum nach Halle und Magdeburg an. Als Roßlauer hatte ich schon immer mehr Anschluss nach Dessau als nach Zerbst. Doch konnte ich mir nicht vorstellen, dass wir von Dessau so ausgenützt und betrogen würden. Stets wurde von der Fusion zweier Städte gesprochen, in der auch Roßlau seinen Namen behält. Wenn der Fusionsvertrag fehlerhaft ist und nichts wert ist, so heißt das doch auch, dass die Fusion gar nicht stattgefunden hat. Wir also zwei getrennte Städte sind. So weit würden es die Dessauer nie kommen lassen, um nicht ins Abseits zu kommen. Dessau steht schon lange nicht mehr im Blickpunkt und versucht mit dem Namen „Bauhausstadt“ Werbung zu machen. Die Stimmung unter der Roßlauer Bevölkerung kommt selbst in der Presse kaum zu Wort.

Roßlau hat bald die 800-Jahrfeier, aber nur, wenn wir die Dessauer Störenfriede nicht gewähren lassen.

 

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Vorstand des Gewerbevereins Roßlau 1906 e.V.


Der Gewerbeverein Roßlau 1906 e.V. möchte an dieser Stelle seinen Unmut darüber kund tun, dass die Dessauer Wirtschaft und Teile der Politik in Kürze den Namen Roßlau aus dem Stadtnamen der Doppelstadt auslöschen wollen. Sache sowie Art und Weise des Zustandekommens sind für uns nicht nachvollziehbar und teilweise absurd. Wurde der Wirtschaftskreis Roßlau durch die Dessauer Wirtschaftsverbände zumindest um eine Stellungnahme gebeten, erhielt der Gewerbeverein Roßlau 1906 e.V. nicht einmal eine Anfrage zur Sachäußerung.
Uns entsetzt die Vorgehensweise, wie hier die Gefühle der Roßlauer verletzt werden und der so oft beschworene Geist des „Fusionsvertrages“ mit Füßen getreten wird. Es macht uns betroffen, dass eben diese Persönlichkeiten, welche vehement um die Roßlauer Einwohner gebuhlt haben um sie für eine Fusion zu begeistern, heute alle Versprechen vergessen haben, welche seinerzeit gemacht wurden und Roßlau heute aus dem Stadtnamen tilgen wollen. Wir sind uns sicher, dass für viele Roßlauer der im Fusionsvertrag §2 Absatz 1 festgeschriebene Wortlaut „Die neu gebildete Stadt erhält den Namen Dessau-Roßlau“ maßgeblich zur Entscheidungsfindung beigetragen hat. Den Bürgern auf beiden Seiten der Elbe muss bewusst sein, dass allein die Entscheidung der Roßlauer „Ja“ zur Fusion zu sagen, die Kreisfreiheit der Stadt Dessau gesichert hat und wir appellieren an das Gewissen, dies nicht zu vergessen.
Leider wird durch die Initiatoren der Kampagne nichts über die erheblichen Kosten gesagt, welche bei einer Umbenennung auf die Stadtkasse zukommen werden. Bei einer nach wie vor angespannten Haushaltssituation, welche viele Kürzungen in allen Bereichen des  öffentlichen Lebens nach sich zieht, ist es uns um so unerklärlicher, wie man in solch einer schwierigen finanziellen Phase über eine Änderung des Stadtnamens nachdenken kann. Sollen die ohnehin schon sehr geringen Zuschüsse für Vereine, Theater und sonstiger Kultur nun auch noch komplett dieser Änderung zum Opfer fallen?
Den Bürgern der Doppelstadt wird ein wirtschaftlicher Aufschwung suggeriert, wenn wir uns doch endlich entschließen könnten unsere Stadt Bauhausstadt Dessau zu nennen. Sehr geehrte Damen und Herren der Dessauer Wirtschaft. Auf welchen Fakten beruht diese Annahme? Da sich uns diese Theorien nicht erschließen, machten wir uns in der Bauhausstadt Weimar sachkundig. Nach Aussage des dortigen Amtes für Stadtentwicklung gab es in den letzten Jahren kein Wirtschaftswachstum, welches auf den Zusatz Bauhausstadt zurückzuführen sei. Dies war allerdings auch nicht vornehmliches Ziel der Stadt. Es sollte ein klares Zeichen gesetzt werden, das Weimar nicht nur eine Stadt der Klassik sondern auch der Moderne ist. Jedoch gab es im Bauhausjahr 2009 eine deutlich höhere Besucherzahl, welche auf Sonderausstellungen und mehr als 30 Veranstaltungen zurückzuführen war.
Auch der Gewerbeverein Roßlau 1906 eV unterstützt die Initiativen des Bauhauses Dessau für eine noch bessere touristische Vermarktung. Hier fordern wir alle Beteiligten auf, sich endlich zu einer gemeinsamen Meinung zum Standort und Bau eines neuen Besucherzentrums durchzuringen, ehe Weimar uns erneut den Rang abläuft. Dort wird 2013 ein neu gebautes Bauhausmuseum in exponierter Lage eröffnet.
Politik und Wirtschaft fordern wir auf im Sinne der Sache auf Parteipolemik und Populismus zu verzichten. Lassen Sie uns miteinander reden und nach Lösungen suchen, mit welchen Maßnahmen wir den Wirtschaftsstandort Dessau tatsächlich nach vorne bringen können.
Wir bitten darum, die geplante Vorlage eines Änderungsvorschlages zur Umbenennung der Stadt Dessau-Roßlau nicht dem Hauptausschuss vorzulegen, da wir der Meinung sind, dass hier über die Köpfe der Bevölkerung hinweg entschieden werden soll.

Die Roßlauer Bürgerschaft fordern wir auf, sich zu artikulieren und gegen das Auslöschen unseres Stadtnamens zu protestieren.

 

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Kurt Brumme MdL a.D. / Vorsitzender der CDU Roßlau

„Bauhausstadt Dessau“ –Wortbruch am Fusionsgeist!
Die Roßlauer CDU wendet sich entschieden gegen die Absicht der Dessauer Seite die Geschäftsgrundlage der Städtefusion zu verlassen und den gemeinsam gewählten Städtenamen „Dessau-Roßlau“ zu eliminieren. Dies stellt einen Wortbruch seitens mancher Politiker z.B. EX-OB Otto und des Fraktionschefs der LINKEN Herrn Schönemann dar, wie man es nicht für möglich gehalten hätte. Was sollen da die Bürger dem Wort der „Politiker“ noch Glauben schenken, wenn dieses schon nach kurzer Zeit derart gebrochen wird. Es verschärft sich noch der Eindruck, dass diese Politiker, die uns Roßlauer Stadträten in den Verhandlungen zur Fusion diesen Doppelnamen erst angetragen hatten, diesen Wortbruch offensichtlich von Anfang an vorhatten. „Bananenrepublik“ lässt grüßen!
Andererseits ist zu bezweifeln ob der Zusatzname „Bauhausstadt“  die gewünschte Wirkung entfaltet.  Diesen Zug hätte man unmittelbar nach der Wende ins Rollen bringen müssen. Weimar und Berlin haben dieses Thema erfolgreich für sich reklamiert und besetzt. Die Bauhaus-Universität hätte z.B. statt in Weimar in Dessau stehen müssen.
Hätten die Roßlauer ihre Selbstständigkeit zu Gunsten Dessaus nicht aufgegeben, säßen Bitterfelder, Köthener, Zerbster und Wittenberger mit am Tisch und würden mit Sicherheit viele Dessauer Wünsche nicht erfüllen. Die Roßlauer haben die Kreisfreiheit und die Eigenständigkeit für Dessau gesichert, auch wenn das manch einer nicht mehr hören kann oder hören will. Der Respekt vor der damaligen Entscheidung der Bürger sollte aber vorschnelle Entscheidungen verhindern. Es geht dabei nicht um Dankbarkeit oder Ähnliches – es ist die simple Frage nach einem fairen Umgang  zwischen zwei Vertragspartnern.
Die Dessauer Stadträte sollten lieber die unerträglichen Zustände im Stadtrat und in der  Stadtverwaltung, die schon eine „Unendliche Geschichte“ zu sein scheinen, beenden und zur Sacharbeit zurückkehren. Dies wäre der wichtigste und beste Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Dessau-Roßlau!
Aber wie im richtigen Leben kann man über alles reden, auch über den Namen der Stadt. Wenn den Dessauern dies so wichtig ist, dann sollte aber mit den Roßlauern  darüber gesprochen werden und dies nicht nur über die Presse.
Im Übrigen, wenn die Namensänderung Gestalt annehmen sollte, kann es nur der jahrhundertealte Name „Dessau“  und nur Dessau ohne den Zusatz „Bauhausstadt“ sein. So findet z.B. sich jeder Dessau-Walderseer oder Dessau-Rodleber postalisch wieder. Das Zentrum von Dessau kann dann Dessau-Bauhausstadt genannt werden. Im digitalen Zeitalter ist der Name „Bauhausstadt Dessau“ ohnehin sehr kontraproduktiv, da Dessau dann unter „B“ gesucht werden muss. Auf diese Idee muss man dann erst kommen.

Auch sollten die Potentiale des Gartenreichs und des Biosphärenreservats, die ebenfalls unter dem Schutz der UNESCO  stehen, als gleichrangig bewertet werden.  Drei Welterbestätten, in einer Stadt, in Dessau sind in Europa einmalig. Dies ist ein überragendes Alleinstellungsmerkmal!

 

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Klaus Tonndorf / Stadtrat / Fraktionsvorsitzender NEUES FORUM

Seit dem Mai 1990 bin ich ohne Unterbrechung Stadtrat in Roßlau und seit 2007 in der Doppelstadt Dessau-Roßlau. Mit Freude habe ich seit der Wende die erfreulichen Veränderungen in meiner Heimatstadt beobachtet und war auch stolz, da und dort in bescheidenem Umfang eigene Mitwirkung erkennen zu können. Die Arbeit im Stadtrat hat mit stets Freude bereitet und trotz unterschiedlicher Fraktionszugehörigkeit und oft unterschiedlicher Meinungen im Detail sind wir zum Wohle unserer Stadt Roßlau meist einig geworden. Selbst bei unterschiedlichster Meinung meiner Stadratskollegen konnte ich mich auf ihre Offenheit und Ehrlichkeit immer verlassen.
Leider sind die Erfahrungen der letzten fünf Jahre seit der Fusion zur Doppelstadt Dessau-Roßlau im Stadtrat von Dessau-Roßlau ganz anderer Natur. Parteiengezänk, Bestreben nach persönlicher Profilierung einiger Stadträte und das Feilschen um Mehrheiten für oder gegen umstrittene Beschlussvorlagen und nicht zuletzt die oft mangelhafte Sitzungsdisziplin haben in der Dessauer Bevölkerung dem Stadtrat das Prädikat Kasperbude zugeteilt. Zu Recht, wie ich meine.
Den Beweis, dass es mit der Verlässlichkeit, Offenheit und Ehrlichkeit der Stadträte nicht so weit her ist, haben jetzt die Stadträte geliefert, die 2006 und 2007 im Vorfeld der Fusion den Roßlauern mit Engelszungen Versprechungen über Versprechungen gemacht haben. Die gleichen Stadträte um den Fraktionschef der Linken, Ralf Schönemann, begannen schon gleich nach der Fusion diese Versprechungen ad acta zu legen und übernahmen damit nahtlos den politischen Stil derer, die die Bevölkerung hier zu Lande jahrzehntelang belogen und betrogen hatten.
Was Dessauer Oberbürgermeister und Stadträte seit mehr als 20 Jahren versäumt haben, das Bauhaus vor ihren Städtenamen zu setzen, das soll jetzt den willkommenen Anlass bieten, den missliebigen Namenszusatz der Doppelstadt hinter dem Bindestrich zu tilgen. Für uns Roßlauer ist  der Stadtname Dessau-Roßlau ein, wenn nicht der Grundpfeiler der vollzogenen Fusion. Wer diesen Grundpfeiler einreißen will, setzt die Fusion aufs Spiel. Der Name Dessau-Roßlau ist für uns nicht verhandelbar. Ich wage den Dessauern im Namen meiner Roßlauer Mitbürger einen entschiedenen Widerstand anzukündigen.
Mögen sich die Dessauer den Namen Bauhausstadt an alle Ortseingangsschilder des Stadtteils Dessau schreiben. Die administrative Einheit darunter muss weiterhin Stadt Dessau-Roßlau heißen.

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Hans-Georg Strauß / 1. Vorsitzender Roßlauer Schifferverein 1847 e.V.

„Mein Geschwätz von gestern“
Die Meinung des Roßlauer Schifferverein 1847 e.V. zur beabsichtigten Veränderung des Stadtnamens der Doppelstadt „Dessau-Roßlau“
 
Im Jahre 2007 haben die Stadträte von Dessau und Roßlau, nach knappem Bürgerentscheid den Zusammenschluss beider Städte gleichberechtigt und auf „Augenhöhe“ vollzogen.
Die Tinte der unterschriebenen Dokumente war noch nicht trocken, da gab es schon erste Versuche von Seiten einiger Abgeordneten, den beschlossenen neuen Stadtnamen „Dessau-Roßlau“ zu verbiegen und das „Roßlau“ aus diesem Namen zu tilgen. Das Ziel, die personelle Aufbesserung der Stadtbevölkerung war erreicht und man konnte nun die Versprechen von einst (vor dem Bürgerentscheid) vergessen. Auslöser war die plötzliche Erinnerung an das Bauhaus und dessen Wirkung im Stadtnamen auf die Stadtentwicklung.
In diesem Stadtnamen „Bauhausstadt“ stört der unbedeutende Teil-Name „Roßlau“.  
Die Versuche, den Teil Roßlau aus dem Stadtnamen zu streichen besteht  seit der Gründung dieser Doppelstadt und erreicht jetzt, kurz vor dem Sachsen- Anhalt- Tag und den Feiern zum 800 jährigen Landesjubiläum einen neuen Höhepunkt.
Der Stadtrat beabsichtigt einen entscheidenden Bestandteil seiner Absichtserklärungen aus der Zeit der Annäherungen und Versprechen für ungültig zu erklären. Der Bevölkerungszuwachs von 2007 ist zum großen Teil durch weitere Abwanderungen und niedrige Geburtenzahlen aufgebraucht und nun müssen neue Lösungen gefunden werden, um die Kreisfreiheit und des Oberzentrums dieser Stadt zu stabilisieren.
Die Versäumnisse aus den letzten 20 Jahren, die Einbeziehung und gezielte Vermarktung der Bauhausvergangenheit progressiv zu nutzen, soll jetzt auf Kosten der Roßlauer Bevölkerung korrigiert werden.
Das Verschwinden des Namens der einstigen Kreisstadt Roßlau aus dem Namen der auf „Augenhöhe“ gegründeten Doppelstadt Dessau- Roßlau stellt für uns Schifferkameraden dieser traditionellen Schifferstadt einen unübersehbaren Vertrauensbruch dar.

Wir fordern den Stadtrat auf, in seiner weiterführenden Meinungsfindung die Sensibilität dieser Thematik mit Augenmaß zu betrachten. Des Weiteren fordern wir eine detaillierte Aussage über die Kosten dieser Umgestaltung und den Träger dieser Kosten.

 

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Hans - Joachim Mau / Vorsitzender Wirtschaftskreis Roßlau e.V.
Presseerklärung


Fünf Jahre ist es her, da trommelten   Dessauer Persönlichkeiten aus Politik und Verwaltung monatelang in Roßlau für die Fusion, um der Stadt Dessau den Status der Kreisfreiheit sowie des Oberzentrums zu sichern. Auch damals war bereits der Name Bauhausstadt Dessau im Gespräch, doch den Werbern war klar, dass ohne die Mitnahme des Namens Roßlau eine Fusion nicht stattfinden wird. Deshalb hat man die Thematik im Zuge der Fusion unter den Tisch fallen lassen, um sie jetzt ohne   Vorbereitung und Vorankündigung für die Bürger,  faktisch  im Handstreich, anders kann die enge Terminkette nicht gesehen werden, im Stadtrat zur Entscheidung zu bringen.
Dieses Vorhaben kann und wird der Wirtschaftskreis Roßlau nicht unterstützen. Es lässt sich mit unserem Demokratieverständnis nicht vereinen, eine derart elementare Entscheidung, in ihrer Bedeutung vergleichbar mit der Fusion, ohne die Mitnahme der Bürger herbeizuführen und ihnen einen neuen Namen quasi „von oben“ überzustülpen. Es bedarf hierzu basisdemokratischer Entscheidungen.
Die Roßlauer erleben jetzt, dass die damaligen Zusicherungen - ein Zusammenschluss von gleichberechtigten Städten unter Wahrung der Namensidentität - nicht viel  wert waren. Sie fühlen sich dadurch übergangen und betrogen. Die letzten fünf Jahre haben  sie erleben lassen, dass viele Probleme in der gemeinsamen Stadt andiskutiert, aber nicht gelöst werden.
Der Stadtrat ist zerstritten, bei den Bürgern entsteht oft der Eindruck, dass es nicht um die Sache sondern um  parteipolitische Ziele geht.  Für eine zukunftsträchtige Entwicklung zum Wohle aller Bürger, gehören an erster Stelle Wirtschaftsansiedlungen, die ausreichend Arbeitsplätze schaffen. Hier sollte schon seit langem die Priorität liegen, wir vermissen diese
klare Richtung. Denn Unternehmen und Mitarbeiter zahlen   die notwendigen Steuern, um die     wichtigen kulturellen und geschichtlichen Entwicklungen mit zu begleiten. Nur aus Fördertöpfen und einem klammen Haushalt wird das nicht gelingen.
Allein der Name „Bauhausstadt Dessau“ wird nicht zu einer Belebung führen. Dazu bedarf es sichtbarer Ergebnisse und Erfolge verbunden mit aktivem Handeln auf Dauer. Die Bürger sind auf diesem Weg unbedingt und vorbehaltlos mitzunehmen. Alles andere schadet unserer Stadt und wird die leider stark verbreitete Politikverdrossenheit verstärken.  
Wir, als Wirtschaftskreis Roßlau e.V., stehen zu dem ausgearbeiteten Programm und    der notwendigen und weiteren Profilierung eines der wichtigsten Güter   in unserer Stadt. In dieser Vorlage ist aber auch klar ein Weg aufgegeben, wie der Ablauf bis zum
100. Bauhausjubiläum 2019 gestaltet werden soll, den alle Beteiligten einhalten und gemeinsam beschreiten sollten.
Dann wird es ein Miteinander und kein Gegeneinander geben.
Bemerkung

Werte Mitglieder,
Der Vorstand möchte Sie über die gemeinsam erarbeitete Presseerklärung informieren. Der heutige Zeitungsbericht in der MZ zeigt leider nicht die ganze inhaltliche Presseerklärung die vom Vorstand am Donnerstag an die MZ weitergeleitet wurde. Dadurch wurde sicher in der Lesart dargestellt, dass wir gänzlich gegen eine Umbenennung unserer Stadt sind. Wir haben aber klarstellen wollen dass es in dem vorliegenden Konzept " Bauhaus " eine Arbeitsrichtlinie gibt, die beinhaltet auch den Weg zur Bauhausstadt. Der terminliche Weg wurde, leider erst nach Versand der Presseerklärung, in einer Zusammenkunft von Vertretern der Stadtratsfraktionen, mit in das Konzept eingearbeitet.
An der Ausarbeitung und der Veröffentlichung der Großanzeige am letzten Sonnabend in der MZ, waren wir als WKR weder beteiligt noch wurden wir darüber informiert. Diese Anzeige, neben einigen anderen Presseberichten, suggeriert natürlich nach außen hin wie eine Forderung der Verbände eine sofortige Änderung des Stadtnamens im Stadtrat herbeizuführen. Und das, ohne das sehr gut ausgearbeitete Konzept vorher in die Öffentlichkeit zu bringen. Wir stehen dazu, das das Konzept mit Leben erfüllt werden muss und vor allem die Bürger aus der ganzen Stadt, aber auch ganz besonders die Roßlauer Bürger, mitgenommen und überzeugt werden sollten. Nur dann erzeugen wir einen Konsens und ein Miteinander in unserer Stadt.
Für weitere Fragen und Erläuterungen zu unserer Pressemitteilung stehen wir als Vorstand gern zur Verfügung.

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Dieter Herrmann


Fliederweg 3, 06862 Dessau-Roßlau, Tel.: 034901 84824

An den FV der Schifferstadt Roßlau e.V.
Hiermit bitte ich Sie, dieses Schreiben als Protest von mir und vielen Roßlauer Bürgern, gegen die Forderung der Dessauer Wirtschaftsverbände zur Namensänderung von Dessau-Roßlau, weiter zu reichen:


Ursachen und Wirklichkeit der Fusion sind allgemein bekannt. Umsetzungen zu Ungunsten der Roßlauer Bürger ebenso. Zur Mehrheitsentscheidung zur Fusion spielte der Erhalt des namens "Roßlau" sicher eine große Rolle. Und nun die Eile und Überrumpelung ohne Informationdes Ortschaftsrates zeigt, welchenStellenwert die Roßlauer Bürger in der Stadt Dessau-Roßlau besitzen.
Ohne Gegenwehr sollte Roßlau dies nicht hinnehmen.Von 1934-1945 gab es schon einmal den Doppelnamen, ohne dass Dessau damitprobleme hatte. Als Alternative gäbe es ja dann noch den Namen "Bauhausstadt Dessau-Roßlau"! Oder?
Ich hoffe, dass Kräfte gebündelt werden können, um das Schlimmste zu verhindern. Für eine weitere Unterstützung stehe ich zur Verfügung.

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  1. GC Rhythmus und Anglerverein Roßlau 1905
Ihr Stadtpolitiker in Dessau,
als Ihr die Stadt Roßlau für Euer Großstadtdenken brauchtet, wurde uns alles hoch und heilig zugesagt. Es war schon wenig genug. Aber nach ein paar Jahren den Namen der Stadt Roßlau aus der Doppelstadt
zu eliminieren und daraus eine Bauhausstadt zu machen, finden wir unverschämt. Wer das vorantreibt hatte von 1989 bis zur Fusion Zeit sich dazu zu erklären, die jedoch ungenutzt blieb. Diesen Zeitraum habt Ihr verschlafen. Wir erwarten, dass diese unselige Diskussion beendet wird und ein umfassendes Marketingsystem für die
Doppelstadt Dessau-Roßlau erarbeitet und verwirklicht wird. Wir denken nicht nur an das Bauhaus (wer es bisher in 22 Jahren nicht besucht hat kommt auch durch die Namensänderung nicht) sondern auch an "Junkerswerke", Fürstentum Anhalt  u. Gartenreich, Bundesumweltamt Mulde und Elbauen, Sachsenberg, die Wasserburg Roßlau, die Schiffswerft mit Museum usw.
Wir sagen nein zur Namensänderung und hoffen viele sind mit uns allen.
U. u. D Hoffmann

 

 

stammtisch@dessauplusrosslau.de